Neue Sicherheit für die Lärchwand

Die Lärchwand hat Generationen von Bergwanderern auf dem Jubiläumsweg herausgefordert. Nun wurde im Rahmen des Grenzgänger-Projekts die vielleicht neuralgischste Stelle des Weges gesichert.

Steil abschüssiges Gelände, matschiger Untergrund, vom Hang weg geneigter Wegverlauf - und dazu ein Seil, das irgendwie immer lose wirkte und in den vergangenen Jahren immer weiter nach unten "driftete" - die Lärchwand hoch über dem Schwarzwassertal hatte und hat es in sich. Mit den Grenzgänger-Bauarbeiten ist es nun gelungen, diese neuralgische Stelle, die vor allem nach der Schneeschmelze und bei nassen Witterungsverhältnissen gefährlich zu begehen war, zu entschärfen.

Derzeit laufen die letzten Arbeiten auf dem panoramareichsten Grenzgänger-Abschnitt, der zugleich ein Abschnitt des Jubiläumsweges ist. Insgesamt werden auf der 12 km langen dritten Etappe des Grenzgänger-Weges über 100.000 Euro in Wegesicherungsmaßnahmen investiert. Zwischen dem Schrecksee und der Bockkarscharte und dem Prinz-Luitpold-Haus wurden bereits mehrere Inwertsetzungsmaßnahmen umgesetzt. Das Herzstück der Arbeiten waren die Bauarbeiten an der Lärchwand, die fast zwei Wochen andauerten. Dabei ging es vor allem darum, an dem teils stark erodierten Weg die Absturzgefahr zu vermindern. In dem stark abschüssigen Bereich wurde loses Gestein und Erdreich ausgegraben, der Weg wurde zum Hang hin verbreitert und erhielt ein neues Niveau, es wurden einige Eisentrittstufen eingebaut - und nicht zuletzt sorgen fast 150 m Seilversicherung für ein Mindestmaß an Sicherheit. Die Montage der Stahlseile bedeutete für die Wegebauer des Forstunternehmens Finsterer in dem erdigen Untergrund und losem Felsbereich eine besondere Herausforderung.

Mit einer Wegkies-Deckschicht wird noch der Feinschliff für den inwertgesetzten Weg nach Abschluss der Arbeiten im Bereich der Bockkarscharte folgen. Den Verantwortlichen ist jedoch klar, dass an der Lärchwand die Arbeit "nie aufhören wird". Da der Hang stark in Bewegung ist und über den Winter die Lawinen ihr Übriges tun, wird Jahr für Jahr eine händische Nacharbeit an dem Wegabschnitt erforderlich sein. Der Deutsche Alpenverein, Sektion Allgäu-Immenstadt, hat die Lärchwand mit seinem Wegebautrupp bei seinen jährlichen Begehungen im besonderen Fokus.